Was ist neu in Google Vault?
Google Vault unterstützt seit dem 22. Oktober 2026 gefilterte eDiscovery-Exporte für Gemini in Workspace. Damit kommt eine neue Datenquelle hinzu: Administratoren können die Gemini-Unterhaltungen ihrer Nutzer in Gmail, Drive, Docs, Sheets, Slides und Meet filtern und exportieren, im Rahmen der bestehenden Sicherheits- und Datenschutzvorgaben von Vault. Für die eigenständige Gemini-App gab es in Vault bereits einen eigenen Dienst; neu ist die Abdeckung der in Workspace-Apps eingebetteten Gemini-Unterhaltungen.
Google beschreibt Vault als zentrales Werkzeug, mit dem Kunden ihre Workspace-Daten verwalten und exportieren, um rechtliche und regulatorische Pflichten zu erfüllen. Mit der Erweiterung lassen sich KI-Unterhaltungen in dieselben eDiscovery-Abläufe einbeziehen wie E-Mails oder Dateien.
Was enthält der Export?
Exportiert werden passende Unterhaltungsverläufe im JSON-Format, über die Vault-Oberfläche oder die API. Die Metadaten folgen laut Google dem GenAI-Unterhaltungsformat, das auch für die Gemini-App verwendet wird. Der Export enthält Kontext: Nutzer-Prompts, KI-Antworten, erzeugte Anhänge wie Bilder, Links auf referenzierte Workspace-Dateien wie Drive-Dokumente oder Gmail-Threads sowie Zitate.
Wichtig für die Bewertung: Verlinkte Dateien sind Verweise, nicht automatisch Kopien. Wer den vollständigen Inhalt eines referenzierten Dokuments braucht, muss diesen über den jeweiligen Vault-Dienst separat suchen und exportieren. Das ist eine Ableitung aus Googles Beschreibung, kein ausdrücklicher Hinweis von Google.
- Filter nach Konten oder Organisationseinheiten, bis 5.000 Nutzer
- Zeitraum mit Auswahl der Zeitzone
Welche Editionen und Einstellungen sind nötig?
Verfügbar ist die Funktion laut Google in Business Plus, Frontline Standard und Plus, Enterprise Essentials Plus, Enterprise Standard und Plus, Education Fundamentals, Standard und Plus sowie mit dem Vault-Add-on. Rapid- und Scheduled-Release-Domains haben sie sofort. Eine Einstellung für Endnutzer gibt es nicht.
Erfasst werden nur Gemini-Unterhaltungen, die bei aktiviertem Unterhaltungsverlauf entstanden sind. Admins steuern Verlauf und Löschung je Organisationseinheit in der Admin-Konsole, etwa indem sie manuelles Löschen durch Nutzer verhindern oder eine automatische Löschung nach Inaktivität festlegen. Diese Einstellungen entscheiden damit, was Vault später überhaupt finden kann.
Wie läuft ein Export ab?
In Vault starten Admins den Export direkt im Tab Suche, indem sie im neu alphabetisch sortierten Dienst-Menü Gemini in Workspace wählen, Filter setzen und auf Exportieren klicken. Für Nutzer der Vault-API folgt die Unterstützung laut Google innerhalb von 14 Tagen nach dem Rollout in der Oberfläche.
Für alle Vault-Exporte gelten außerdem die allgemeinen Regeln aus der Vault-Hilfe: Wer sucht und exportiert, braucht die Berechtigungen Manage Matters, Manage Searches und Manage Exports. Ist die Mehrparteien-Freigabe für Exporte aktiv, muss ein zweiter Admin zustimmen, allerdings nur bei Exporten aus der Oberfläche, nicht über die API. Höchstens 20 Exporte dürfen organisationsweit gleichzeitig laufen, und Exportdateien stehen 15 Tage bereit.
- Mit Datenregionen-Richtlinie: Datenregion für den Export auswählen.
- Große Exporte stoppen nach 24 Stunden mit Teilergebnis und lassen sich fortsetzen.
Was fehlt noch?
Aufbewahrungsregeln (Retention) und Litigation Holds für Gemini in Workspace kündigt Google erst für spätere Releases an. Bis dahin hängt die Verfügbarkeit von Gemini-Unterhaltungen an den Verlaufs- und Löscheinstellungen in der Admin-Konsole. Wer eine Aufbewahrungspflicht oder ein laufendes Verfahren hat, sollte diese Lücke mit Rechtsabteilung oder Datenschutzbeauftragten bewerten, bevor er sich auf Vault verlässt.
Was sollten Admins jetzt tun?
Prüfen Sie zuerst Edition und Release-Track, dann die Verlaufseinstellungen für Gemini je Organisationseinheit, denn ohne aktiven Verlauf gibt es nichts zu exportieren. Legen Sie fest, wer Vault-Berechtigungen hat, ob die Mehrparteien-Freigabe aktiv sein soll und in welcher Datenregion Exporte landen. Ein Testexport für eine kleine Pilotgruppe zeigt, wie das JSON aussieht und ob Ihre Prüfwerkzeuge es verarbeiten.
Brauchen Nutzer etwas einzustellen? Nein, es gibt keine Endnutzer-Einstellung. Werden auch Chats aus der Gemini-App erfasst? Die Gemini-App hat in Vault einen eigenen Dienst; die Neuerung betrifft Gemini in Gmail, Drive, Docs, Sheets, Slides und Meet. Gibt es schon Litigation Holds? Nein, laut Google folgen sie später. Der kostenlose KI-Systemcheck hilft, Gemini-Einsatz und Kontrollen zu ordnen. Die Hinweise hier sind Vorschläge, keine Kundenergebnisse.
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